“Of Men and Monsters” - Auftakt im neuen ART FOYER DZ BANK mit Robert Longo-Ausstellung

“Of Men and Monsters” - Auftakt im neuen ART FOYER DZ BANK mit Robert Longo-Ausstellung

Dem prominenten Amerikaner Robert Longo ist die erste Ausstellung im neuen ART FOYER DZ BANK gewidmet. Unter dem Titel „Of Men and Monsters“ werden zentrale Werkgruppen des Künstlers gezeigt. Die Ausstellung dauert vom 24. Februar bis 09. Mai 2009.

Mit dem neuen ART FOYER DZ BANK erhält Frankfurt am Main eine weitere Kunststätte. Künftig werden dort regelmäßig Ausstellungen veranstaltet, auch in Kooperation mit Partnern. Eine erste Gastausstellung wird im Mai 2009 starten: „Gute Aussichten“ präsentiert junge deutsche Fotografie 2008/2009. Die Schau war unter anderem bereits in den Hamburger Deichtorhallen zu sehen und reist im Anschluss nach Washington.

Ebenfalls wird die Reihe der Wechselausstellungen mit Arbeiten aus der DZ BANK Kunstsammlung fortgeführt. Die Deutsche Zentral-Genossenschaftsbank öffnet mit dem ART FOYER das älteste Hochhaus Frankfurts dem allgemeinen Zutritt.

Ausstellungshalle im nachhaltig sanierten Büroturm

Nach der Sanierung der Fassade präsentiert sich das Cityhaus I, der neben dem Westendtower zweite Büroturm der DZ BANK am Platz der Republik, in neuer Gestalt und fügt sich licht in das städtebauliche Ensemble des Finanzzentrums in der Mainmetropole ein.
Das 1974 fertig gestellte Hochhaus entsprach heutigen ökologischen Ansprüchen nicht mehr. Die dunkelbraune Verkleidung wurde ersetzt durch eine helle Fassade, deren Konstruktion hohe Anforderungen nachhaltiger Energieeinsparungen erfüllt.

Im umgestalteten Eingansbereich des modernisierten Bürogebäudes bezieht das ART FOYER DZ BANK größere und eigens zu Ausstellungszwecken erbaute Räumlichkeiten. Bislang war die Galeriefläche in das Foyer des benachbarten Cityhauses II integriert.
„Das neue ART FOYER DZ BANK ist unser Angebot an die Bürgerinnen und Bürger der Region und an Gäste von außerhalb, ein markantes Frankfurter Wahrzeichen oft zu besuchen. Wir möchten das kulturelle Leben der Stadt um einen Ort bereichern, an dem wir uns für die Kunst engagieren und den Dialog suchen“, so Dr. Thomas Duhnkrack, Mitglied des Vorstandes der DZ BANK.

Durch einen separaten Eingang an der Friedrich-Ebert-Anlage betreten die Besucher das verglaste Erdgeschoss, wo sich Sitzgelegenheiten und Funktionsräume befinden. Über eine breite Treppe gelangt man in die annähernd vier Meter hohe Ausstellungshalle. Insgesamt stehen über 350 Quadratmeter Fläche zur Verfügung. Für unterschiedliche Gestaltungsformen entwarf der bekannte Frankfurter Ausstellungsarchitekt Holger Wallat ein flexibles Konzept.

Ein Leseraum steht Kunstinteressierten im Erdgeschoss offen. Dorthin werden auf Vorbestellung Bücher und Zeitschriften aus dem umfangreichen Präsenzbestand der DZ BANK ausgeliehen. Das ART FOYER DZ BANK ist behindertengerecht ausgestattet, beide Stockwerke sind über einen Aufzug erschlossen.

Zentrale Werke Robert Longos erstmals in Frankfurt

Robert Longo zählt zu den bedeutendsten Gegenwartskünstlern weltweit. Die Eröffnungsschau „Of Men and Monsters“ im neuen ART FOYER DZ BANK stellt seinen virtuosen Umgang mit Medien unter Beweis. Seit langem beschäftigt sich der 1953 in Brooklyn/New York geborene Künstler mit den Wirkungsweisen von Bildern, wobei er unter anderem auf Fotovorlagen zurückgreift. Aus der Allgegenwart visueller Informationen scheint der Künstler den Augenblick anzuhalten, um den Betrachter Zerstörung, Bedrohung oder Leere wahrnehmen zu lassen.
Erstmals in Frankfurt sind in der Ausstellung drei Werkzyklen mit insgesamt 36 Arbeiten aus verschiedenen Schaffensphasen Robert Longos einander gegenüber gestellt.

„Men in the Cities“ ist eine Serie von Fotografien, entstanden Anfang der 1980er Jahre. Künstlerkollegen, die Longo auf einem Dach porträtierte, scheinen zu tanzen. Doch ihre Verrenkungen befremden, muten an wie von einer unsichtbaren Macht gesteuert. Die Originalaufnahmen nutzte Longo zudem als Grundlage für überlebensgroße Zeichnungen, mit denen er 1982 in Deutschland auf der documenta 7 vertreten war.

Fotografisches Ausgangsmaterial führte den Künstler auch zu seiner Werkgruppe „Freud Cycle“. In einem Bildband entdeckte Longo Aufnahmen aus Sigmund Freuds Wohnung in der Berggasse in Wien, die Edmund Engelmann kurz nach der Emigration des Psychoanalytikers am 4. Juni 1938 dokumentiert hatte. Detailgenau übertrug Longo 1999/2000 Ausschnitte aus diesen Fotos in großformatige, schwarz-weiße Kohlezeichnungen, die er wiederum abfotografierte und als Portfolio von digitalen Pigmentdrucken auflegte (2000-2003). Gespenstisch suggerieren scharfe Hell-Dunkel-Kontraste die zurückgebliebene Leere – sei es der Blick ins Behandlungszimmer, auf den Schreibtisch, durch die offene Tür zum Wohnraum, in dem noch das Licht brennt.

„Die Medien können uns so leicht verführen, weil ihre Bildsprache so einfach ist. Es ist eine Bildsprache der Gewalt“, sagt Robert Longo. Dieses Phänomen, das seine Arbeit wie ein roter Faden durchzieht, liegt der Werkgruppe „Monsters (Waves)“ aus den Jahren 2000 bis 2004 im besonderen Maße zugrunde. Abbildungen unter anderem aus Surfer-Magazinen regten Longo zu überdimensionierten, ebenfalls schwarz-weißen Zeichnungen von Flutwellen an, deren Macht man ausgeliefert ist. Auch diesen Zyklus reproduzierte der Künstler als fotografische Edition.

Robert Longo, der in New York lebt und arbeitet, ist in mehreren Kunstdisziplinen zu Hause. Seit seinem Studium am State University College in Buffalo/New York (Abschluss 1975), trat er auch als Regisseur und Musiker hervor. Zusammen mit seiner Ehefrau, der deutschen Schauspielerin Barbara Sukowa, gründete er die Rockband „The X-Patsys“. 2005 wurde Robert Longo der Kaiserring der Stadt Goslar verliehen.

„Robert Longo transportiert durch grafische Mittel den fotografischen Augenblick ins Monumentale, alles ist bei ihm ‚bigger than life’: die Emotionen, die Leere und die unerfüllbare Sehnsucht. Unabhängig von der verwendeten Technik schafft er eine fotorealistische Gegenwelt in Schwarz-Weiß – eben in den tradierten Farben des Mediums“, erläutert die Leiterin der DZ BANK Kunstsammlung, Luminita Sabau.

Die DZ BANK verfügt über eine weltweit anerkannte Kunstsammlung zeitgenössischer Fotografie und visueller Medien. Nach 16 Jahren Sammlungstätigkeit umfasst die renommierte Kollektion heute mehr als 6000 Werke von über 550 Künstlern.

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