WestLB mit positivem Jahresergebnis : www.WestLB.de

WestLB mit positivem Jahresergebnis

* Erhebliche Belastungen aus der Finanzmarktkrise verkraftet
* Marktpositionen verbessert, Kundengeschäft ausgebaut
* Kosten nachhaltig gesenkt
* Risikoaktiva strategiekonform deutlich verringert
* Konsolidierungslösung bleibt Ziel

Trotz der weiteren Verschärfung der Finanzmarktkrise und der sich spürbar abschwächenden Konjunktur hat der WestLB Konzern das vergangene Geschäftsjahr mit einem positiven Ergebnis abgeschlossen. Das Ergebnis vor Steuern belief sich 2008 auf 26 Mio € (Vorjahr: -1.498 Mio €), das Konzernergebnis nach Steuern auf 18 Mio € (Vorjahr: -1.597 Mio €). Im Einzelabschluss nach HGB erwirtschaftete die WestLB ein Vorsteuerergebnis von 188,2 Mio € (Vorjahr: -1.048,1 Mio €) und ein Nachsteuerergebnis von 100 Mio € (Vorjahr: -1.163,6). In dem Ergebnis sind weitere Belastungen aus Wertpapierbewertungen infolge der akuten Marktverwerfungen ebenso verarbeitet wie Aufwendungen für die Restrukturierung und eine erhöhte Risikovorsorge. Entlastend wirkten die Effekte aus der Risikoabschirmung zum Ende des ersten Quartals 2008 sowie deutliche Kosteneinsparungen im Rahmen der über Plan vorangekommenen Restrukturierung.

Operativ lag die WestLB 2008 im Plan: Die Erträge im Kundengeschäft wurden ausgebaut sowie Marktpositionen verbessert. Zins- und Provisionsergebnis stiegen in Summe an. Die Liquidität der Bank konnte zudem ohne externe Unterstützung sichergestellt und die Kernkapitalquote von 5,6% auf 6,4% gesteigert werden. Durch die Phoenix-Transaktion ist die WestLB darüber hinaus von „Bad Bank-Assets“ befreit: Die WestLB ist die einzige Bank in Deutschland, die ihre sogenannten „toxischen Wertpapiere“ nicht mehr auf der Bilanz hält. Von der Eskalation der Finanzmarktkrise und den krisenverschärfenden Wirkungen der IFRS/Basel II-Bilanzierungsregeln wurde die WestLB damit weit weniger betroffen.

Heinz Hilgert, Vorstandsvorsitzender der WestLB, sagte bei Vorlage des Konzernabschlusses auf der Bilanzpressekonferenz in Düsseldorf: „In dem für Banken äußerst schwierigen Jahr hat sich die WestLB vergleichsweise gut geschlagen. Operativ haben wir Kurs gehalten, die Marktposition verbessert und das Kundengeschäft ausgebaut.“ Auch bei den strategischen Anforderungen sei die Bank 2008 ein gutes Stück vorangekommen. Die Risikoaktiva wurden weiter abgebaut und die nicht-strategischen Aktiva – dies seien keine „toxischen“ Wertpapiere – in einer Portfolio Exit Group gebündelt. Damit sei eine wichtige Voraussetzung geschaffen, um die Bank von nicht-kundenbezogenen Aktivitäten zu befreien und sich auf das Kerngeschäft zu fokussieren.

Operativ Kurs gehalten und Marktpositionen verbessert

In einem äußerst schwierigen Marktumfeld hat die WestLB 2008 operativ Kurs gehalten und in ihren Kerngeschäftsfeldern wesentliche Marktpositionen verbessert. Kreditneugeschäft von insgesamt 21 Mrd € konnte in den Kernmärkten trotz der dramatischen Rahmenbedingungen bedient werden. Bei Projektfinanzierungen war die WestLB 2008 größte deutsche Bank und verbesserte sich weltweit von Rang 18 auf Rang 7, bei syndizierten Krediten wurde der Marktanteil in Deutschland mehr als vervierfacht. Die Tochtergesellschaft readybank ag ist seit Oktober 2008 offizieller Partner des S-Finanzverbundes NRW im Konsumentenkreditgeschäft und konnte bereits mit annähernd der Hälfte aller Sparkassen in Nordrhein-Westfalen verbindliche Zusagen zur Kooperation abschließen. Und die Westdeutsche ImmobilienBank AG (WestImmo) steigerte ihr Neugeschäft mit Sparkassen um 13%. Auch insgesamt hat sich die WestImmo in dem durch die Finanzmarktkrise und deren Folgen geprägten Jahr 2008 gut behauptet. Das Ergebnis vor Steuern stieg gegen den Trend vieler anderer Hypothekenbanken um 6%.

Zinsüberschuss um 10 Prozent verbessert – Kosten um 15 Prozent gesenkt

Die operativen Erfolge im WestLB Konzern schlagen sich unter anderem im Zinsüberschuss nieder. Er belief sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 1.216 Mio € und lag damit um 107 Mio € (+10%) über Vorjahr. Erfreuliche Zuwächse wurden vor allem bei Projektfinanzierungen, gewerblichen Immobilienfinanzierungen sowie im Geldmarktgeschäft erzielt. Die Kreditrisikovorsorge wies eine Nettozuführung von 479 Mio € gegenüber 238 Mio € im Vorjahr aus. Die Bruttozuführung von 803 Mio € ist auf die Auswirkungen der Finanzmarktkrise sowie die Bonitätsverschlechterung infolge der Konjunktureintrübung zurückzuführen. Allen erkennbaren Risiken wurde in angemessenem Umfang Rechnung getragen.

Der Rückgang im Provisionsüberschuss um 69 Mio € auf 341 Mio € ist insbesondere auf die Krise an den internationalen Finanzmärkten zurückzuführen. Deutlichen Beeinträchtigungen im Wertpapier- und Depotgeschäft standen vergleichsweise moderate Rückgänge im Kredit- und Konsortialgeschäft gegenüber. Der Provisionsüberschuss aus dem Zahlungsverkehr blieb stabil auf Vorjahresniveau.

Das Handelsergebnis belief sich auf 47 Mio €. Das Vorjahresergebnis (-1.635 Mio €) war vor allem durch erhebliche Bewertungsverluste aus strukturierten Wertpapierportfolios geprägt, die im ersten Quartal 2008 im Zuge der Risikoabschirmung übertragen wurden. Der hieraus resultierende Übertragungsgewinn beeinflusste mit 763 Mio € maßgeblich das Handelsergebnis. Gegenläufig wirkten die anhaltenden Verwerfungen an den internationalen Finanzmärkten. So ergaben sich allein aus der Bewertung von bonitätsmäßig als einwandfrei einzustufenden Staatsanleihen und vergleichbaren Aktiva Verluste von rund 540 Mio €. Im zweiten Halbjahr hat die WestLB bestimmte Handelsaktiva und Vermögenswerte umkategorisiert. Hierdurch wurde das Handelsergebnis um 413 Mio € entlastet.

Das Finanzanlageergebnis sank von 291 Mio € auf -19 Mio €. Das Vorjahresergebnis war maßgeblich durch Veräußerungserlöse aus dem Private Equity- und Beteiligungsgeschäft geprägt.

Der Verwaltungsaufwand wurde um 235 Mio € auf 1.341 Mio € (-15%) reduziert. Der Personalaufwand belief sich auf 645 Mio € und lag damit um 22% unter Vorjahr. Zu dieser Einsparung hat neben dem Wegfall der Bonuszahlungen für 2008 der Personalabbau von 484 Vollzeitkräften wesentlich beigetragen. Weitere Personalreduzierungen konnten vertraglich vereinbart werden und realisieren sich im Laufe des Jahres. Damit ist das Abbauziel von mindestens 1.350 Vollzeitkräften bis Ende 2010 aktuell bereits zu 57% erreicht. Auch der Rückgang der anderen Verwaltungsaufwendungen um 8% auf 696 Mio € spiegelt die nachhaltigen Erfolge der Kostensenkungsmaßnahmen wider.

Der Saldo aus sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträgen lag mit 402 Mio € um 295 Mio € über dem Vorjahr. Dieser Anstieg ist vor allem auf die Entkonsolidierung diverser Zweckgesellschaften im Zusammenhang mit der Risikoabschirmung zurückzuführen. Die Restrukturierungsaufwendungen beliefen sich netto auf 141 Mio €. Dabei handelt es sich um eine Zuführung von 253 Mio € und eine Auflösung in Höhe von 112 Mio € für nicht mehr benötigte Restrukturierungsrückstellungen. Damit sind alle wesentlichen Aufwendungen für eingeleitete Restrukturierungsmaßnahmen bereits im Ergebnis 2008 verarbeitet.

Die Risikoaktiva wurden strategiekonform deutlich um 15% von 104,3 Mrd € auf 88,5 Mrd € reduziert, die Bilanzsumme blieb mit 288,1 Mrd € nahezu konstant. Dem systematischen Abbau nicht kundenbezogener Aktiva stand ein starker Anstieg der Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten vor allem infolge des stark gesunkenen Zinsniveaus seit September 2008 gegenüber. Das Kernkapital nahm um 4% auf
5,7 Mrd € zu, die Kernkapitalquote verbesserte sich von 5,6% auf 6,4%.

Die von der Bank begebenen Genussscheine sowie das 2005 emittierte Hybridkapital werden entsprechend der Emissionsbedingungen in vollem Umfang bedient.

Kundengeschäft in den Segmenten im Plan

Die kundennahen Bereiche haben sich trotz der Finanzmarktkrise planmäßig entwickelt und sich weitgehend als krisenresistent erwiesen: Die Summe aus Zins- und Provisionsüberschuss in drei von vier Kundenbereichen (Verbund & Immobilien, Kapitalmarktgeschäft und Transaction Banking) stieg im Jahresvergleich an, lediglich in dem von der Finanzmarktkrise besonders betroffenen Segment Firmenkunden & Strukturierte Finanzierung lagen Zins- und Provisionsüberschuss unter Vorjahr. Während sich das Firmenkunden- und Projektfinanzierungsgeschäft gut behaupteten, belasteten insbesondere Bewertungsverluste aus Sekundärmarktportfolios – vor allem Staatsanleihen und vergleichbare Aktiva –, die in der Portfolio Exit Group (PEG) gebündelt und abgebaut werden, das Vorsteuerergebnis. Der Anstieg der Risikovorsorge ist ebenfalls auf die Auswirkungen der Finanzmarktkrise sowie die Bonitätsverschlechterung infolge der Konjunktureintrübung zurückzuführen. Insgesamt belief sich der Vorsteuerverlust auf 830 Mio € (Vorjahr Vorsteuergewinn: 241 Mio €); ohne PEG wurde ein Vorsteuergewinn von 23 Mio € erzielt.

Im Segment Verbund & Immobilien entwickelten sich die operativen Erträge erfreulich und lagen um 65 Mio € über Vorjahr. Insbesondere der Zinsüberschuss erhöhte sich um 42 Mio €, vor allem wegen der günstigen Geschäftsentwicklung der WestImmo. Insgesamt verbesserte sich das Vorsteuerergebnis in diesem Segment um 25 Mio €. Im Segment Kapitalmarktgeschäft konnten die guten Ergebnisse im Geldmarktgeschäft sowie mit strukturierten Zinsprodukten die Bewertungsverluste aus Credit Spread-Ausweitungen bei Sekundärmarktportfolios infolge der Finanz-marktkrise nicht ganz kompensieren. Das Ergebnis vor Steuern belief sich auf
-26 Mio € (Vorjahr: -1.508 Mio €). Im Bereich Transaction Banking führten Zuwächse im In- und Auslandszahlungsverkehr, im Kartengeschäft sowie ein steigendes Neugeschäft aus den Vertriebskanälen Automotive und Sparkassen der readybank ag zu einem höheren Zins- und Provisionsüberschuss. Das Vorsteuerergebnis erreichte 5 Mio € (Vorjahr: 1 Mio €).

Bieterverfahren schließt Landesbankenkonsolidierung nicht aus

Die Eigentümer der WestLB AG hatten am 8. August 2008 gegenüber der Europäischen Kommission erklärt, den von der Kommission im Rahmen der Umstrukturierung geforderten Eigentümerwechsel bevorzugt über eine Konsolidierungslösung im Landesbankensektor zu erreichen. Die massiven Folgen der Finanzmarktkrise und die strategischen Rahmenbedingungen im Landesbankensektor ermöglichen im vorgegebenen Zeitfenster aktuell allerdings keine Konsolidierung. Von daher wird die WestLB gemeinsam mit den Eigentümern kurzfristig mit der EU-Kommission Verhandlungen auf Basis eines Konzepts für einen transparenten und diskriminierungsfreien Bieterwettbewerb aufnehmen. Gemeinsames Ziel von Eigentümern, Bank und Kommission ist es, ein nachhaltiges Geschäftsmodell zu gewährleisten und Unsicherheiten in den Märkten zu vermeiden. Dabei ist die Herauslösung beziehungsweise der Abbau nicht-strategiekonformer Aktivitäten und damit die Verringerung der Bilanzsumme sowohl für die Landesbankenkonsolidierung als auch für eine erfolgreiche Bietertransaktion wichtige Voraussetzung. Zudem schließt auch das Bieterverfahren eine Konsolidierungslösung im Landesbankensektor nicht aus.

Mit Kernbank zukunfts- und transaktionsfähig aufgestellt

Durch die Initiative des Vorstands, nicht-strategiekonforme Aktivitäten in einer Größenordnung von circa 80 Mrd € aus der WestLB in eine neue Bank, die sogenannte „Konsolidierungsbank“, auszugliedern, soll die WestLB in der verbleibenden Kernbank zukunfts- und transaktionsfähig aufgestellt werden. Die Ausgliederung deckt sich mit den Anforderungen der EU-Kommission und ist die konsequente Umsetzung des von der WestLB im August vergangenen Jahres bei der EU eingereichten Restrukturierungsplans.

Die Konsolidierungsbank ist keine „Bad Bank“, denn die hat die WestLB bereits mit der Phoenix-Transaktion geschaffen. Mit der Ausgliederung von Aktivitäten wird vielmehr wesentlichen strategischen Anforderungen, die aktuell an die Bank gestellt werden, Rechnung getragen:

* den Vorschlägen der Verbandsvorsteher der Sparkassen aus November 2008, die eine Herauslösung nicht-strategiekonformer Aktivitäten als wesentliche Voraussetzung für eine Konsolidierung im Landesbankensektor sehen,
* den Anforderungen der EU-Kommission zur Bilanzsummenreduzierung und
* den bisherigen Anforderungen des Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin) im Hinblick auf die Erfüllung der spezifischen Zugangskriterien der Landesbanken für SoFFin-Mittel.

Heinz Hilgert: „Unsere Überlegungen zur Ausgliederung nicht-strategiekonformer Aktivitäten decken sich mit den Anforderungen der Verbandsvorsteher, der EU-Kommission und des SoFFin zur Sicherstellung tragfähiger Geschäftsmodelle.“

Ausblick
Die notwendige Stärkung des Kundengeschäfts erfolgt in einem anhaltend schwierigen Marktumfeld. Insofern ist 2009 mit einer erhöhten Risikovorsorge zu rechnen. Zudem ist ein Ende der anhaltenden Finanzmarktkrise noch nicht absehbar. Die Entwicklung des operativen Geschäfts in den ersten beiden Monaten belegt aber, dass die WestLB auf dem richtigen Weg ist. Die Erträge liegen deutlich über Plan. Belastend wirken aber nach wie vor die Marktbewertungen von Staatspapieren. Von daher bleibt die WestLB für den weiteren Geschäftsverlauf vorsichtig.

Durch Effizienzsteigerung und Konzentration des Geschäfts werden die Verwaltungsaufwendungen auch von dem bereits deutlich reduzierten Niveau Ende 2008 sukzessive weiter verringert. Damit ist ein konzernweiter Abbau von mindestens 1.350 Arbeitsplätzen bis Ende 2010 (Basis: Ende 2007) verbunden. In der Zielstruktur wird der Anteil der Mitarbeiter in kundennahen Bereichen zulasten der kundenfernen Funktionen steigen.

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