HypoVereinsbank: Solide Entwicklung im Jahr 2008 trotz Finanzkrise

HypoVereinsbank: Solide Entwicklung im Jahr 2008 trotz Finanzkrise
• Operative Erträge von 3.948 Mio. € rückläufig (-40,3%)
• Operatives Ergebnis in Höhe von 453 Mio. €
• Verlust vor Steuern in Höhe von 595 Mio. €
• Verwaltungsaufwand von 3.495 Mio. € um 2,3% verringert
• Kernkapitalquote (Tier 1) von 14,3%

Die HypoVereinsbank legt heute die Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2008 vor. Das Jahr 2008 war geprägt von der schwersten Finanzkrise der letzten Jahrzehnte. Bereits der Beginn des Jahres stand unter dem Eindruck der Krise, seit Mitte September 2008 verschärfte sich diese nochmals deutlich und löste eine globale Wirtschaftskrise mit Auswirkungen auf viele Schlüsselindustrien in der Realwirtschaft aus. Den Folgen der dramatischen Ereignisse in den vergangenen Monaten und dem äußerst schwierigen wirtschaftlichen Umfeld konnte sich auch die HypoVereinsbank nicht entziehen, auch wenn sie die Krise vergleichsweise gut gemeistert hat.
Für das Geschäftsjahr 2008 weist die HVB Group – nach einem Verlust vor Steuern in Höhe von 665 Mio. € im vierten Quartal 2008 – ein Ergebnis vor Steuern in Höhe von minus 595 Mio. € aus. Das operative Ergebnis belief sich auf plus 453 Mio. €. Die operativen Erträge lagen mit 3.948 Mio. € deutlich unter dem Vorjahr. Erhebliche Belastungen ergaben sich aus dem negativen Handelsergebnis. Die Verwaltungsaufwendungen reduzierten sich um 2,3%, die Risikovorsorge wurde als Folge der Marktbedingungen deutlich angehoben.

Die nicht unmittelbar von der Finanzkrise betroffenen Divisionen Privat- und Geschäftskunden und Wealth Management erzielten trotz der schwierigen Marktverhältnisse positive Ergebnisse vor Steuern und entwickelten sich insgesamt zufriedenstellend. Besonders erfreulich war der Geschäftsverlauf bei der Division Firmen- & Kommerzielle Immobilienkunden mit einer spürbaren Steigerung der operativen Erträge. Andererseits war das Ergebnis der Division Markets & Investment Banking durch die erheblichen Marktverwerfungen negativ geprägt. Dabei führten insbesondere die daraus resultierenden Belastungen des Handelsergebnisses sowie eine deutlich höhere Kreditrisikovorsorge und ein negatives Finanzanlageergebnis zu einem Verlust vor Steuern der Division Markets & Investment Banking in Höhe von 2.031 Mio. €.

Die HVB Group weist für 2008 nach Steuern und nach Fremdanteilen einen Verlust von 671 Mio. € aus. Im Vorjahr erzielte die HVB Group in einem erheblich günstigeren Marktumfeld einen Gewinn in Höhe von über 2 Mrd. €, der von Sondereffekten positiv beeinflusst war. Die HVB Genussscheine und hybriden Kapitalinstrumente der HypoVereinsbank werden bedient.

“Auch wenn uns das Ergebnis für das Geschäftsjahr 2008 insgesamt sicherlich nicht zufriedengestellt hat, hat sich unsere Bank im vergangenen Jahr angesichts der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise solide entwickelt und vergleichsweise gut behauptet”, sagte Dr. Theodor Weimer, Sprecher des Vorstands der HypoVereinsbank. “Das zeigt, dass wir über ein tragfähiges, gut diversifiziertes Geschäftsmodell verfügen, das auch in
der Krise für Sicherheit, Stabilität und Verlässlichkeit steht. Zusätzlich untermauert wird dies durch die Kernkapitalquote der HypoVereinsbank, die sich zum Jahresende 2008 auf 14,3% belief und damit auch im internationalen Vergleich hervorragend ist. Die Einbindung in die starke europäische UniCredit Gruppe ist gleichzeitig eine optimale Grundlage
für uns, Marktchancen schnell und effektiv zu ergreifen sowie Risiken abfedern zu können.”

“Auch in den nächsten Monaten rechnen wir mit schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die unsere Kunden und die Bankenbranche weiterhin vor große Herausforderungen stellen werden”, so Dr. Weimer. “Vor diesem Hintergrund passen wir derzeit das Geschäfts-modell der Division Markets & Investment Banking an die veränderten Marktgegebenheiten an. In der neuen Aufstellung wird das Investment Banking auch dafür gerüstet sein, von einer Erholung der Märkte zu profitieren. Darüber hinaus wäre unser Anspruch, eine führende Firmenkundenbank in Deutschland zu sein, ohne ein kundenorientiertes Investment Banking mit einem direkten Kapitalmarktzugang nicht einzulösen. Ich bin davon überzeugt, dass wir gut gerüstet sind, um das vor uns liegende schwierige Jahr 2009 erfolgreich zu meistern.”

Die Ergebnisentwicklung im Einzelnen:

Zinsüberschuss: Der Zinsüberschuss erhöhte sich in 2008 um 130 Mio. € (+3,1%) auf 4.259 Mio. €. Dieser Anstieg resultiert unter anderem auch aus gegenüber dem Vorjahr gestiegenen handelsinduzierten Zinsen sowie niedrigeren Aufwendungen aus der Refinanzierung der Handelsbestände aus den im April 2007 in die HVB AG übernommenen Investment-Banking-Aktivitäten der UniCredit Banca Mobiliare S.p.A.1) (UBM). Teilweise kompensiert wird der Zinsanstieg durch rückläufige Dividendenerträge infolge der – entsprechend der allgemeinen Marktentwicklung – deutlich gesunkenen Ausschüttungen aus Private Equity Funds.

Provisionsüberschuss: In dem herausfordernden Umfeld der anhaltenden Unsicherheiten an den Kapitalmärkten verringerte sich der Provisionsüberschuss deutlich auf 1.453 Mio. € nach 1.721 Mio. € im Vorjahr. Bei der am stärksten von der Finanzkrise betroffenen Division Markets & Investment Banking reduzierte sich der Provisionsüberschuss gegenüber dem Vorjahr kräftig um rund 46%. In den Divisionen
Privat- und Geschäftskunden und Wealth Management gingen die Provisionseinnahmen im Wertpapiergeschäft deutlich zurück. Darin spiegeln sich die auf Grund der Finanzkrise entstandene Zurückhaltung der Kunden, das daraus resultierende geänderte Anlegerverhalten sowie das reduzierte Kundendepotvolumen infolge des Kursverfalls an den Wertpapiermärkten wider. Dagegen konnte die Division Firmen- & Kommerzielle Immobilienkunden das Vorjahresergebnis wieder erreichen.

Handelsergebnis: Das Handelsergebnis der HVB Group ist im Geschäftsjahr 2008 von den extremen Marktturbulenzen, die sich
im vierten Quartal 2008 weiter verstärkten, erheblich beeinträchtigt.
Deshalb ergab sich ein Handelsverlust in Höhe von -1.911 Mio. €
(Vorjahr: +592 Mio. €). Als eine Ursache für das negative Handelsergebnis sind vor allem die Belastungen bei ABS-Produkten zu nennen, die sich
auf -751 Mio. € belaufen und überwiegend das erste Quartal betrafen. Daneben beinhaltet das negative Handelsergebnis Verluste bzw. starke Rückgänge in den Bereichen Structured Equity Derivatives, Global Credit und Relative Value Arbitrage sowie Belastungen aus der Insolvenz der amerikanischen Investment Bank Lehman Brothers in Höhe von -126 Mio. € und aus den Handelspositionen isländischer Adressen in Höhe von
-78 Mio. €.

Verwaltungsaufwand: Die Verwaltungsaufwendungen ermäßigten sich gegenüber dem Vorjahr um 2,3% auf 3.495 Mio. € trotz der per Saldo aufwandserhöhenden Wirkung durch Erst- und Entkonsolidierungseffekte, insbesondere auch durch die zum 1. April 2007 übertragenen Investment-Banking-Aktivitäten der früheren UBM. Bereinigt um sämtliche Erst- und Entkonsolidierungs- sowie um Währungseffekte sank der Verwaltungs-aufwand erfreulich um 4,5% gegenüber 2007. Bereinigt um Konsolidierungs- und Währungseffekte reduzierten sich dabei
die Personalaufwendungen um 5,8% vor allem wegen niedrigerer Aufwendungen für erfolgsabhängige Bonuszahlungen in der Division Markets & Investment Banking, aber auch wegen der Reduzierung
des Personalstands. Als Ergebnis des effizienten Kostenmanagements verringerten sich die Anderen Verwaltungsaufwendungen um 2,7% und die Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen um 1,9%.

Operatives Ergebnis: Das operative Ergebnis erreichte im Geschäftsjahr 2008 einen positiven Wert in Höhe von 453 Mio. € (Vorjahr: 3.035 Mio. €). Trotz der Kosteneinsparungen im Verwaltungsaufwand beläuft sich die Cost-Income-Ratio per Jahresende 2008 auf 88,5% und ist dabei durch die marktbedingten Ergebnisbelastungen in der Division Markets & Investment Banking negativ geprägt. Die Cost-Income-Ratio für die übrigen Divisionen insgesamt liegt mit 57,4% auf einem guten Niveau (Vorjahr: 54,5%).

Kreditrisikovorsorge: Die Kreditrisikovorsorge erhöhte sich im Geschäftsjahr 2008 gegenüber dem niedrigen Vorjahreswert um 41,8%
auf -760 Mio. € und spiegelt bereits das sich im Rahmen der Finanzkrise verschlechternde Kreditumfeld wider. In diesem Marktumfeld ergab sich für die Division Markets & Investment Banking ein Kreditrisikovorsorgebedarf in Höhe von 493 Mio. €, nachdem in den Vorjahren Wertberichtigungen per Saldo aufgelöst werden konnten. Unter anderem wird dieses Segment durch den Kreditrisikovorsorgebedarf auf isländische Engagements belastet. Hierin liegt auch einer der Gründe für die in der Division Firmen- & Kommerzielle Immobilienkunden deutlich auf -384 Mio. € gestiegene Kreditrisikovorsorge (Vorjahr: -143 Mio. €). Insgesamt beläuft sich der Kreditrisikovorsorgebedarf auf isländische Engagements auf -224 Mio. €. Die Kreditrisikovorsorge reduzierte sich deutlich im Segment Sonstige/ Konsolidierung auf Grund der Abbauerfolge in den Spezialportfolios (ehemaliges Segment Real Estate Restructuring und Special Credit Portfolio).

Finanzanlageergebnis: Das Finanzanlageergebnis, das ebenfalls durch die schwierigen Marktverhältnisse geprägt ist, belief sich zum 31. Dezember 2008 auf -256 Mio. €. Die Aufwendungen für Impairments auf AfS-Finanzinstrumente belaufen sich auf -172 Mio. € und beinhalten im Wesentlichen Impairments auf in dieser Kategorie geführte ABS-Papiere, Abschreibungen für Lehman Bonds und isländische Bonds sowie auf unseren Anteilsbesitz an Babcock & Brown. Daneben ist ein negatives Ergebnis aus Investment Properties in Höhe von -83 Mio. € im Finanz-anlageergebnis enthalten. 2007 wurde auf Grund von Sondereffekten ein Finanzanlageergebnis in Höhe von 611 Mio. € erzielt.

Ergebnis vor Steuern: In Folge der Finanzkrise verzeichnete die HVB Group im abgelaufenen Geschäftsjahr 2008 ein Ergebnis vor Steuern in Höhe von -595 Mio. €. Im Vorjahr wurde unter erheblich günstigeren Marktbedingungen ein Ergebnis vor Steuern in Höhe von 2.962 Mio. € erzielt, das auch bereinigt um Sondereffekte mit 2.232 Mio. € noch ein hervorragendes Ergebnis darstellte.

Ertragsteuern: Der Ertragsteueraufwand hat sich auf Grund des negativen Ergebnisses vor Steuern auf -54 Mio. € ermäßigt. Der trotz des Verlustes vor Steuern ausgewiesene Steueraufwand ist unter anderem auf den teilweisen Nichtansatz von aktiven latenten Steuern auf steuerliche Verlustvorträge, die im Berichtsjahr entstanden sind, zurückzuführen.
Im Vorjahr ergab sich auf Grund des hohen positiven Ergebnisses vor Steuern ein Steueraufwand von -794 Mio. €, der auch die einmaligen Belastungen aus negativen Bewertungseffekten durch die Unternehmensteuerreform beinhaltete.

Fremdanteile am Ergebnis und Gewinn: Vom Ergebnis nach Steuern entfallen -22 Mio. € auf Anteile Konzernfremder. Der Gewinn nach Steuern und nach Fremdanteilen am Ergebnis beträgt -671 Mio. € für das Geschäftsjahr 2008 nach 2.050 Mio. € in 2007.

Ergebnisse nach Divisionen/Segment:
Zum Ergebnis vor Steuern der HVB Group in Höhe von -595 Mio. € haben die Divisionen

• Firmen- & Kommerzielle Immobilienkunden 660 Mio. €
• Privat- und Geschäftskunden 213 Mio. €
• Wealth Management 132 Mio. €
• Markets & Investment Banking -2.031 Mio. €
• Sonstige/Konsolidierung 431 Mio. €

beigetragen.

Entwicklung in der Division Firmen- & Kommerzielle Immobilienkunden:

Die Division Firmen- & Kommerzielle Immobilienkunden erzielte im Geschäftsjahr 2008 ein ausgesprochen erfreuliches Ergebnis vor Steuern in Höhe von 660 Mio. €. Trotz der schwierigen Geschäftsbedingungen und dem intensiven Wettbewerb am deutschen Markt konnte die Division ein ausgezeichnetes operatives Ergebnis in Höhe von 1.026 Mio. € erzielen, das den bereits hohen Vorjahreswert deutlich um 12,4% übertrifft.
Die operative Ergebnissteigerung gegenüber dem Vorjahr ist auf den Zuwachs der operativen Erträge in Höhe von 9,4% zurückzuführen. Maßgeblich dafür war der Anstieg des Zinsüberschusses um 13,0%, resultierend aus dem Ertragswachstum im Kredit- und Einlagengeschäft infolge gestiegener Volumina sowie der Forcierung des Leasinggeschäfts. Daneben wurden höhere Dividendenerträge vereinnahmt. Der hohe Provisionsüberschuss des Vorjahres konnte auch in 2008 erreicht werden; dabei wurde der Rückgang im Derivategeschäft durch gestiegene Ertrags-beiträge aus strukturierten Finanzierungen sowie aus Zahlungsverkehrs- und Außenhandelsprodukten des Bereichs Global Transaction Banking kompensiert.

Der Verwaltungsaufwand erhöhte sich um 4,5% gegenüber dem Vorjahr. In den höheren Personalaufwendungen spiegelt sich der Personalaufbau im Rahmen der Wachstumsstrategie der Division wider, während die anderen Verwaltungsaufwendungen infolge des strikten Kosten-managements unverändert blieben. Die Cost-Income-Ratio lag 2008 mit 36,4% auf einem hervorragenden Niveau und verbesserte sich auf Grund der erfreulichen operativen Ertragsentwicklung nochmals im Vergleich zum Vorjahr (38,1%).
Der auf den Auswirkungen der Finanzkrise beruhende Anstieg der Kreditrisikovorsorge gegenüber dem Vorjahr (2008: -384 Mio. €, 2007:
-143 Mio. €) reduziert das Ergebnis vor Steuern im Jahresvergleich um
-11,5% auf 660 Mio. €.

Entwicklung in der Division Privat- und Geschäftskunden:

In dem sich zunehmend verschlechternden wirtschaftlichen Umfeld konnte sich die Division Privat- und Geschäftskunden mit einem Ergebnis vor Steuern von 213 Mio. € gut behaupten (Vorjahr: 295 Mio. €). Die in Folge der ausgeprägten Zurückhaltung der Kunden rückläufigen operativen Erträge wurden größtenteils durch Kosteneinsparungen (-3,0%) und durch die auf 71 Mio. € halbierte Kreditrisikovorsorge kompensiert. Ferner war das Geschäftsjahr 2007 durch Erträge in der Position “Finanzanlageergebnis und andere Posten” begünstigt.

In den operativen Erträgen verringerte sich der Zinsüberschuss gegenüber dem Vorjahr um 2,3% auf 1.053 Mio. €, insbesondere durch den im Aktivgeschäft weiteren strategisch bedingten Volumensabbau bei Immobilienkrediten. Das schwächere Aktivgeschäft konnte durch deutliche Volumenszuwächse im Passivgeschäft, vor allem bei den Termineinlagen, nur teilweise kompensiert werden. Der Trend der Kunden zu sicherheits-orientierten Geldanlagen führte – über deutlich nachlassende Kunden-aktivitäten im Wertpapiergeschäft – 2008 zu einem Provisionsüberschuss von 567 Mio. €, der um 15,2% unter dem Vorjahresergebnis lag. Dieser Entwicklung konnte teilweise mit dem erfolgreichen Vertrieb von neuen innovativen Anlageprodukten, die dem gestiegenen Qualitäts- und Sicherheitsbedürfnis der Kunden gerecht werden, gegengesteuert werden. Darunter fallen Produkte wie zum Beispiel die OptiAnleihen oder inflationsgesicherte Produkte mit einem gesamten Absatzvolumen von 2.390 Mio. € in 2008.

Die Cost-Income-Ratio verschlechterte sich auf 81,3% in 2008 nach 76,9% im Geschäftsjahr 2007, da der Rückgang der operativen Erträge nur zum Teil durch Einsparungen im Verwaltungsaufwand ausgeglichen wurde.
Der Personalaufwand ging insbesondere durch die Reduzierung des Personalstands um 3,8% zurück. Die Anderen Verwaltungsaufwendungen inklusive der Abschreibungen ermäßigten sich durch konsequentes Kostenmanagement und begünstigt durch geringere Abschreibungen
um 2,4%. Insgesamt verringerten sich die Verwaltungsaufwendungen
um 3,0% gegenüber dem Geschäftsjahr 2007.

Entwicklung in der Division Wealth Management:
Die Division Wealth Management umfasst den Wealth Management Vertrieb der HVB AG (nachfolgend WEM HVB AG), die DAB Group,
das Private Banking der HVB Banque Luxembourg und die Wealth Management Capital Holding GmbH, München, inklusive deren im Januar 2008 erstkonsolidierten Beteiligungsgesellschaften (im Wesentlichen sind dies die Blue Capital Equity GmbH, Blue Capital Fonds GmbH, HVB FondsFinance GmbH und die WealthCap Real Estate Management GmbH).

Mit einem Ergebnis vor Steuern in Höhe von 132 Mio. € konnte die Division Wealth Management 2008 im herausfordernden Umfeld der Finanzkrise das Ergebnis des Vorjahres in Höhe von 201 Mio. € nicht wiederholen. Dabei ist aber zu berücksichtigen, dass das Vorjahresergebnis durch den der Division zuzurechnenden Anteil am Verkaufsgewinn der FMS Bank in Höhe von 17 Mio. € begünstigt war und das Ergebnis in 2008 durch einen in Folge der Finanzkrise entstandenen Bewertungsaufwand bei der DAB AG (”at fair value through profit or loss”) belastet wird, der zu einem Verlust im Handelsergebnis in Höhe von 26 Mio. € geführt hat.

Die operativen Erträge der Division Wealth Management reduzierten sich gegenüber dem Vorjahr vor dem Hintergrund des im gesamten Berichtsjahr sehr schwierigen Marktumfeldes um 40 Mio. € bzw. 8,3%. Dabei wirkten sich die erstkonsolidierten Beteiligungen der Wealth Management Capital Holding GmbH insgesamt begünstigend aus. Während sich der Provisionsüberschuss auf Grund der Zurückhaltung der Kunden an den Wertpapiermärkten sowie durch geringere bestandsabhängige Wertpapiererträge unter anderem wegen der gesunkenen Kursniveaus an den Wertpapiermärkten um 5,1% ermäßigte, verbesserte sich der originäre Zinsüberschuss (ohne Dividenden) deutlich um 11,2%. Dies spiegelt den derzeitigen Trend einer Verlagerung von Anlagen im Wertpapiergeschäft zu kurzfristigen Einlagenformen wie den Sicht- und Termineinlagen wider. Es ist grundsätzlich eine deutliche Tendenz zum sicheren Einlagengeschäft zu verzeichnen; dies war insbesondere in der WEM HVB AG und in der DAB Group zu beobachten. Das Provisionsgeschäft mit vermögenden Privatkunden in der HVB Banque Luxembourg wurde in 2008 ebenfalls von der Entwicklung
der Märkte beeinflusst. Auch das Platzierungsvolumen der Wealth Management Capital Holding GmbH lag mit 138 Mio. € Eigenkapital und einem Investitionsvolumen von 238 Mio. € marktbedingt unter Vorjahresniveau.

Der Anstieg der Verwaltungsaufwendungen um 16 Mio. € (+5,4%) resultiert aus den gestiegenen Personalkosten (+22 Mio. €) und ist im Wesentlichen auf die erstmals vollkonsolidierten Beteiligungen zurückzuführen. Ohne die Effekte aus der Erstkonsolidierung konnten die Verwaltungsaufwendungen im Berichtsjahr durch konsequentes Kostenmanagement um mehr als 5% reduziert werden. Die Cost-Income-Ratio stieg gegenüber dem Vorjahr um 9,1%-Punkte. Unter Herausrechnung des oben beschriebenen Bewertungsabschlages im Handelsergebnis der DAB ergibt sich eine
Cost-Income-Ratio in Höhe von 66,1%.

Entwicklung in der Division Markets & Investment Banking:

Die geschäftliche Entwicklung der Division Markets & Investment Banking wurde von den Auswirkungen der sich im zweiten Halbjahr 2008 noch einmal deutlich verschärfenden Finanzkrise erheblich belastet. Als Folge dieser Marktverwerfungen weist die Division im vierten Quartal 2008 ein gegenüber dem Vorquartal deutlich verschlechtertes Ergebnis vor Steuern in Höhe von -1.183 Mio. € aus, so dass sich für das gesamte Berichtsjahr ein Ergebnis vor Steuern von -2.031 Mio. € ergibt. Im Vorjahr konnte in einem günstigen Marktumfeld insbesondere im ersten Halbjahr 2007 noch ein Ergebnis vor Steuern in Höhe von 1.523 Mio. € erzielt werden.

Im vierten Quartal 2008 hatte sich die Situation an den Finanzmärkten nochmals deutlich verschlechtert; resultierend aus der Finanzkrise erhöhte sich der Handelsverlust im Vergleich zum Vorquartal auf -1.100 Mio. €. Für das Gesamtjahr 2008 ergibt sich insgesamt ein Handelsverlust in Höhe von -1.901 Mio. €. Wesentlich für das negative Handelsergebnis sind unter anderem Bewertungsverluste bei ABS-Produkten in Höhe von -751 Mio. € sowie Belastungen in den Bereichen Global Credit und Relative Value Arbitrage. Andere Geschäftsfelder wie beispielsweise das Investment-banking oder FICC (”Fixed Income, Currencies, Commodities”) sowie auch die frühere UBM (+297 Mio. €) steuerten positive Ergebnisbeiträge bei. Darüber hinaus ist als Folge aus der Insolvenz von Lehman Brothers ein Verlust in Höhe von insgesamt -126 Mio. € und aus den Handelspositionen isländischer Adressen in Höhe von -78 Mio. € entstanden.

Wegen gestiegener handelsinduzierter Zinsen sowie niedrigeren Refinanzierungsaufwendungen für Handelsbestände der auf die HVB AG übertragenen Investment Banking Aktivitäten der UniCredit Banca Mobiliare konnten rückläufige Ausschüttungen aus Private Equity Funds im Zinsüberschuss mehr als ausgeglichen werden. Der Zinsüberschuss verbesserte sich insgesamt deutlich um 15,5%. Der Provisionsüberschuss reduzierte sich gegenüber dem Vorjahr deutlich um fast 46%, insbesondere verursacht durch die Zurückhaltung der Marktteilnehmer vor dem Hintergrund der Finanzkrise. Deutlich geringere Personalkosten (-25,6%) auf Grund von reduzierten Aufwendungen für Leistungs-bonifikationen führten – trotz der Einbeziehung der Investment-Banking-Aktivitäten der UBM – zu einem Rückgang beim Verwaltungsaufwand um 80 Mio. € (-6,9%).
In der Kreditrisikovorsorge in Höhe von 493 Mio. € sind unter anderem auch 136 Mio. € für Risiken bezogen auf isländische Engagements enthalten. Im “Finanzanlageergebnis und andere Posten” wurde im Vorjahr der Verkaufsgewinn der Indexchange Investment AG in Höhe von 219 Mio. € sowie der FMS Bank in Höhe von 259 Mio. € vereinnahmt. Im Geschäftsjahr 2008 ist das Ergebnis in Höhe von -189 Mio. € vor allem von Bewertungsaufwendungen geprägt, die mit der Finanzkrise im Zusammenhang stehen.

Entwicklungen im Segment Sonstige/Konsolidierung:

Das Segment Sonstige/Konsolidierung beinhaltet die Subsegmente Global Banking Services, Group Corporate Center inklusive der Ergebnisbeiträge aus dem Special Credit Portfolio (einschließlich der Restbestände aus dem Real Estate Restructuring Portfolio) sowie die Konsolidierungseffekte.

Die operativen Erträge dieses Segments ermäßigten sich deutlich von 714 Mio. € im Vorjahr auf 538 Mio. € im Berichtsjahr 2008. Diese Entwicklung resultiert fast ausschließlich aus dem Zinsüberschuss, der im Vorjahr durch einen Einmaleffekt aus der Kaufpreisverzinsung im Zusammenhang mit der Veräußerung der aufgegebenen Geschäfts-bereiche in Höhe von 93 Mio. € begünstigt war. Daneben trug insbesondere der strategisch bedingte Volumenabbau im Special Credit Portfolio (inklusive den Restbeständen aus dem Real Estate Restructuring Portfolio) zu einem Rückgang des Zinsüberschusses bei. Dagegen lagen die zinsunabhängigen operativen Erträge insgesamt in etwa auf Vorjahresniveau.

Bei kaum veränderten Verwaltungsaufwendungen ermäßigte sich das operative Ergebnis vor allem in Folge der oben genannten Entwicklung des Zinsüberschusses, auf 333 Mio. € (Vorjahr: 508 Mio. €).

In der Kreditrisikovorsorge wird im Berichtsjahr ein Auflösungssaldo in Höhe von insgesamt 184 Mio. € ausgewiesen, der sich im Wesentlichen aus den Abbauerfolgen in den Spezialportfolios (ehemalige Real Estate Restructuring Portfolio und Special Credit Portfolio) ergibt. Das negative Ergebnis der Position “Finanzanlageergebnis und andere Posten” (-68 Mio. €) geht im Berichtsjahr vor allem auf Abschreibungen von Investment Properties zurück. Im Vorjahr wurden in dieser Position Aufwendungen aus Zuführungen zu Rückstellungen (-169 Mio. €), insbesondere im Zusammenhang mit potenziellen Rücknahme-verpflichtungen aus Immobilientransaktionen und Rückstellungen für Rechtsrisiken aus dem operativen Geschäftsbetrieb durch die im Finanzanlageergebnis vereinnahmten Veräußerungsgewinne Nordinvest (47 Mio. €) und Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft (113 Mio. €) kompensiert. Das Ergebnis vor Steuern verbesserte sich, begünstigt durch den in der Kreditrisikovorsorge entstandenen Auflösungssaldo, im Berichtsjahr auf 431 Mio. € nach 197 Mio. € im Vorjahr.

Der Geschäftsbericht der HypoVereinsbank zum abgelaufenen Geschäftsjahr 2008 wird ab 20. März 2009 auf der HypoVereinsbank Homepage http://www.hvb.com/ir zum Download bereitgestellt.

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