Tilgungen am deutschen Rentenmarkt

Tilgungen am deutschen Rentenmarkt

Rentenmarkt

Das Emissionsvolumen am deutschen Rentenmarkt erreichte im Dezember 2008 mit 173,1 Mrd € einen historischen Höchststand; im Vormonat waren noch Schuldverschreibungen für 161,9 Mrd € abgesetzt worden. Dagegen standen jedoch sehr hohe Tilgungsverpflichtungen, so dass nach Berücksichtigung der Eigenbestandsveränderungen der Emittenten im Ergebnis 14,9 Mrd € an Anleger zurückgezahlt wurden. Diese jahreszeitlich üblichen Netto-Tilgungen hatten sich im Dezember 2007 auf 28,7 Mrd € belaufen. Zugleich verkauften deutsche Anleger im fünften Monat in Folge ausländische Schuldverschreibungen, diesmal für netto 19,6 Mrd €, die größtenteils auf Euro lauteten. Somit verringerte sich der Umlauf von Schuldverschreibungen in Deutschland im Dezember um 34,5 Mrd €.

Die Öffentliche Hand senkte zum Jahresende ihre Kapitalmarktverschuldung um 9,5 Mrd €, wobei der Bund letztlich 10,8 Mrd € zurückzahlte. Vor allem tilgte er zweijährige Bundesschatzanweisungen (7,5 Mrd €). Zudem nahm er per saldo zehnjährige Bundesanleihen und in geringerem Umfang fünfjährige Bundesobligationen zurück (4,0 Mrd € bzw. 0,7 Mrd €). Neue Mittel beschaffte er sich im Wesentlichen über Unverzinsliche Schatzanweisungen (1,2 Mrd €). Die Länder nahmen den Kapitalmarkt mit 1,4 Mrd € in Anspruch.

Die heimischen Kreditinstitute verringerten den Umlauf eigener Anleihen im Dezember um 44,2 Mrd €, was auch angesichts der zum Jahresende typischen Tilgungen ein im historischen Vergleich ungewöhnlich hoher Betrag ist. Vor allem wurden die besonders flexibel gestaltbaren Sonstigen Bankschuldverschreibungen im Umfang von netto 27,3 Mrd € zurückgezahlt. Zudem tilgten Banken Öffentliche Pfandbriefe (10,1 Mrd €). Auch die teilweise mit Staatsgarantien ausgestatteten Spezialkreditinstitute zahlten im Ergebnis 7,0 Mrd € an Anleger zurück. Der Umlauf von Hypothekenpfandbriefen blieb annähernd unverändert.

Inländische Unternehmen emittierten im Dezember Schuldverschreibungen für netto 38,9 Mrd €, die zum größten Teil auf Verbriefungen von Zweckgesellschaften ohne Banklizenz entfielen. Im Übrigen wurden per saldo ausschließlich Rentenwerte mit einer Ursprungslaufzeit von über einem Jahr begeben.

Erworben wurden Schuldverschreibungen am deutschen Markt im Dezember im Ergebnis lediglich von heimischen Banken. Diese kauften netto Papiere für 34,1 Mrd €, darunter vor allem die oben genannten Verbriefungen von Zweckgesellschaften. Dagegen gaben sie ausländische Rentenwerte für 14,2 Mrd € ab. Die inländischen Nichtbanken verringerten ihre Anlagen in Rentenwerten um 30,1 Mrd €, vor allem handelte es sich dabei um deutsche Wertpapiere (24,6 Mrd €). Auch ausländische Anleger reduzierten ihr Engagement am deutschen Rentenmarkt (24,3 Mrd €), wobei es sich per saldo ausschließlich um Titel privater Emittenten handelte.

Aktienmarkt

Am deutschen Aktienmarkt haben inländische Gesellschaften im Dezember 0,7 Mrd € über die Ausgabe neuer Aktien aufgenommen, wovon zwei Drittel auf börsennotierte Unternehmen entfielen. Der Bestand an aus­ländischen Aktien am deutschen Markt nahm dagegen um 3,0 Mrd € ab. Erworben wurden Aktien ausschließlich von inländischen Kreditinstituten; sie stockten ihre Aktienportfolien um 1,0 Mrd € auf, erwarben dabei letztlich aber nur ausländische Dividendenwerte. Heimische Nichtbanken gaben dagegen Aktien für 0,4 Mrd € ab. Ausländer verringerten ihr Engagement am deutschen Markt um 3,0 Mrd €.

Investmentfonds

Inländische Investmentfonds erzielten im Dezember ein Mittelaufkommen von 2,8 Mrd €, was per saldo ausschließlich Publikumsfonds zugute kam (5,1 Mrd €). Vor allem konnten Gemischte Wertpapierfonds Anlegermittel attrahieren (2,1 Mrd €), aber auch Aktienfonds und Gemischte Fonds erzielten Mittelzuflüsse (1,3 Mrd € bzw. 1,1 Mrd €). In geringerem Umfang kamen bei Offenen Immobilienfonds und Rentenfonds (0,9 Mrd € bzw. 0,3 Mrd €) Mittel auf. Dagegen gaben Anleger Zertifikate von Geldmarktfonds für netto 1,0 Mrd € zurück. Institutionelle Investoren zogen aus den ihnen vorbehaltenen Spezialfonds 2,3 Mrd € ab. Des Weiteren setzten ausländische Gesellschaften im Dezember Anteile für 4,2 Mrd € am deutschen Markt ab. Erworben wurden Investmentzertifikate hauptsächlich von den heimischen Nichtbanken (9,1 Mrd €). Zudem kauften Ausländer deutsche Fondsanteile (1,3 Mrd €). Dagegen trennten sich die inländischen Kreditinstitute per saldo von Investmentzertifikaten im Umfang von 3,5 Mrd €.

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