Immobilienstudie der HVB für Sylt

Immobilienstudie der HVB für Sylt

Preisrally in Premiumlagen ungebrochen – verhaltener Optimismus in wirtschaftlich schwierigen Zeiten
Die Preisrally bei den Premiumlagen auf Deutschlands beliebtester Ferieninsel Sylt wird sich weiter fortsetzen, auch wenn die Wirtschaftskrise für eine gewisse Abschwächung sorgen dürfte. Davon gehen die Immobilienexperten der HypoVereinsbank (HVB) in ihrer soeben vorgelegten Marktübersicht Sylt aus. Vor dem Hintergrund des Baulandmangels und des immer weiter sinkenden Angebots für Toplagen waren die Preise für Grund und Boden sowie neue Häuser in der jüngeren Vergangenheit explodiert; es wurde nahezu jeder Preis akzeptiert.

Unangefochtener Spitzenreiter ist nach wie vor Kampen. Doch vom Baulandmangel und von der lebhaften Nachfrage haben auch alle anderen Lagen der Insel profitiert. Die höchsten Preise werden für Watt- und Dünengrundstücke bezahlt. Diese haben zwischenzeitlich Werte von rund 800 Euro/qm im abseitig gelegenen Hörnum bis zu 3.500 Euro/qm in den Randlagen von Kampen erreicht. Angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung sind die Prognosen für das zukünftige Marktgeschehen zwar schwierig, für Sylt insgesamt aber recht optimistisch, sagen die HVB-Immobilienexperten. Weiter heißt es: Der Immobilienmarkt auf der Insel habe sich in der Vergangenheit in krisenhaften Zeiten meist als wertstabil, in den besseren Lagen meistens sogar mit positiver Preisentwicklung präsentiert.

Lebhafte Bautätigkeit trotz Baulandmangel
Sylt verzeichnet trotz des eklatanten Baulandmangels eine vergleichsweise lebhafte Bautätigkeit. Baugrund wird in der Regel durch den Abriss von älteren Häusern gewonnen, die verstärkt auf den Markt kommen. Die jährliche Bauproduktion liegt seit 1990 mit einigen Schwankungen bei rd. 160 Wohnungen. In der jüngeren Vergangenheit seit 2002 vollzog sich ein regelrechter Bauboom mit durchschnittlich rd. 220 neuen Einheiten pro Jahr. Dabei wurden vor allem überdurchschnittlich viele Eigenheime errichtet, vor allem in Kampen, Rantum und in Sylt-Ost. Der Neubestand wird überwiegend an Auswärtige veräußert, sodass sowohl die Zahl der Zweitwohnsitze als auch die der Ferienwohnungen kontinuierlich ansteigt.

Sylt bleibt dabei im Gegensatz zu anderen europäischen Feriendomizilen der Luxusklasse (z. B. St. Tropez, St.Moritz, Mallorca) fast ausschließlich in nationaler Hand. Der Anteil der Käufer aus dem Ausland ist gering und beschränkt sich im Wesentlichen auf einige wenige Interessenten aus europäischen Nachbarstaaten, schwerpunktmäßig aus der Schweiz. Der Generationswechsel in den älteren Beständen auf der Insel hält an. Vor allem bei Eigenheimen ist er vor dem Hintergrund der hohen Abrissraten zur Baulandgewinnung allerdings schon weit fortgeschritten.

Schwierige Situation für die Insulaner
Schwierig ist die Situation für die Insulaner: Das allgemein hohe und in den meisten Segmenten immer weiter steigenden Preisniveau sowohl für Eigentum als auch für Mietwohnraum verschärft die Schwierigkeiten der Einheimischen, sich mit bezahlbarem Wohnraum zu versorgen. So ist im Mietwohnungsmarkt großer und anhaltender Wohnraummangel in allen Lagen und allen Wohnungsgrößen kennzeichnend. Gründe sind zum einen die begrenzten Wohnungsbestände der Kommunen und der wenigen Wohnungsbaugesellschaften. Zum anderen sind private Mieter angesichts des günstigen Umfeldes für Ferienvermietung kaum bereit, Wohnungen zur Dauernutzung anzubieten.

Die Übersicht im Internet
Die HVB-Immobilienmarktübersicht Sylt ist in den örtlichen HVB-Filialen kostenlos erhältlich und steht im Internet unter www.planethome.com als PDF-Download kostenpflichtig zur Verfügung, ebenso wie die Wohnungsmarktübersichten für weitere 1.300 Städte und Gemeinden in Deutschland.

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