IBB legt Wohnungsmarktbericht 2008 vor Niedrige Einkommen Hauptproblem auf dem Berliner Wohnungsmarkt

IBB legt Wohnungsmarktbericht 2008 vor
Niedrige Einkommen Hauptproblem auf dem Berliner Wohnungsmarkt

Die Investitionsbank Berlin (IBB) hat heute den „IBB Wohnungsmarktbericht 2008“ vorgelegt. Der Bericht erscheint jährlich und beleuchtet die Entwicklungen und Tendenzen auf dem Markt für Wohnimmobilien in Berlin. „Im Großen und Ganzen ist der Berliner Wohnungsmarkt gegenwärtig durch eine moderate Mietenentwicklung gekennzeichnet“, sagte Matthias Kämmer, Abteilungsleiter Betreuung Immobilienkunden in der IBB. Das durchschnittliche Niveau der Angebotsmieten befindet sich weit unter dem anderer deutscher Großstädte. Gleichzeitig liegen aber auch die durchschnittlichen Einkommen deutlich niedriger. Kämmer: „Betrachtet man die vergangenen zehn Jahre, so haben sich die Mieten in der Stadt nach oben entwickelt. Da gleichzeitig die Einkommen im Vergleich zum Bundesgebiet nur unterdurchschnittlich gestiegen sind, hat dies zu einer zunehmenden Wohnkostenbelastung der Haushalte geführt.“

In dem Bericht wird bei den kleinräumigen Auswertungen ergänzend zu den bisherigen Ansätzen auf Ebene der Postleitzahlen erstmals das neue Berliner Raumkonzept der 447 so genannten „Lebensweltlich orientierten Räume” (LOR) verwendet. Dies ermöglicht kleinräumige Vergleichsanalysen und kartografische Darstellungen etwa zur Bevölkerungsstruktur, zu Kaufkraft oder zu Wanderungsbewegungen.

Der Report macht deutlich, dass sich die höchsten Fluktuationswerte vor allem innerhalb des S-Bahn-Rings finden. Dorthin erfolgt zudem ein Großteil der überregionalen Zuwanderung. Dies führt zu einem zusätzlichen Druck auf den betreffenden Teilmärkten. Gleichzeitig zeigen sich in der Innenstadt überwiegend niedrige Durchschnittseinkommen. Allerdings fallen hier Angebotsmieten und Kaufpreise in Teilen vergleichsweise hoch aus und liegen überwiegend oberhalb des Berliner Durchschnitts. „Im Ergebnis ist in einigen innerstädtischen Lagen fraglich, ob die soziale Mi-chung hier auf Dauer erhalten bleibt“, meinte Kämmer.

Besondere Aufmerksamkeit gilt im Rahmen der diesjährigen Berichterstattung dem Bezirk Neukölln: Einer Analyse der Bebauungsstruktur werden ausgewählte Indikatoren gegenübergestellt. Eine Auswertung der kleinräumigen Binnenwanderung bezogen auf ausgewählte Kieze im Norden Neuköllns zeigt, dass dort Zu- und Abwanderung im Saldo sehr unterschiedliche Bewegungsrichtungen aufweisen. Im Ergebnis wird zudem deutlich, dass die innerstädtischen Wanderungsbewegungen überwiegend im Nahbereich erfolgen.

Der „IBB Wohnungsmarktbericht 2008“ zeigt erneut, dass in den niedrigen Einkommen das Hauptproblem für den Berliner Wohnungsmarkt zu sehen ist. Aus diesem Grund wertet die Investitionsbank Berlin die absehbaren Verknappungen gerade im Teilsegment der preiswerten Wohnungen als Warnsignal - zumal die verbliebenen belegungsgebundenen Bestände ein steigendes durchschnittliches Preisniveau aufweisen. Daher wird die IBB auch künftig die Entwicklungen am Berliner Wohnungsmarkt mithilfe regelmäßiger kleinräumiger Analysen für die Marktakteure und die Öffentlichkeit aufbereiten.

Der IBB Wohnungsmarktbericht 2008 sowie der dazugehörende Tabellenband und eine kurze Zusammenfassung in englischer Sprache sind im Download-Center auf unserer Internetseite abrufbar.

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