Hohes Mittelaufkommen am deutschen Rentenmarkt

Hohes Mittelaufkommen am deutschen Rentenmarkt

Rentenmarkt

Das Emissionsvolumen am deutschen Rentenmarkt lag im November 2008 mit (brutto) 161,9 Mrd € über dem Vormonatswert (149,9 Mrd €). Aufgrund der niedrigeren Tilgungen und unter Berücksichtigung der Eigenbestands-veränderungen der Emittenten erreichte der Netto-Absatz inländischer Schuldverschreibungen 49,2 Mrd €, verglichen mit Netto-Tilgungen in Höhe von 18,1 Mrd € im Oktober. Zugleich verringerte sich, wie schon in den Vormonaten, der Umlauf ausländischer Schuldverschreibungen am deutschen Markt (-12,5 Mrd €), wobei der Rückgang überwiegend auf Euro lautende Titel betraf (-7,5 Mrd €).

Unter den deutschen Schuldnern nahmen die heimischen Kreditinstitute den Rentenmarkt im November mit 25,2 Mrd € am stärksten in Anspruch. Im Vordergrund stand dabei der Mittelzufluss in den flexibel gestaltbaren Sonstigen Bankschuldverschreibungen (36,0 Mrd €). In diesem Mittelaufkommen sind allerdings Emissionen kurzlaufender Papiere enthalten, die zum Teil staatlich garantiert wurden. Zudem wurden in geringem Umfang Hypothekenpfandbriefe abgesetzt. Der Umlauf Öffentlicher Pfandbriefe und von Schuldverschreibungen von Spezialkreditinstituten reduzierte sich um 4,8 Mrd € bzw. 6,3 Mrd €.

Die öffentliche Hand platzierte im November 21,1 Mrd € am deutschen Kapitalmarkt. An erster Stelle stand der Bund mit einem Netto-Absatz von 19,4 Mrd €. Er begab insbesondere zehnjährige Anleihen (8,6 Mrd €) und fünfjährige Obligationen (6,2 Mrd €). Bubills, zweijährige Schatzanweisungen und Bundesschatzbriefe wurden für 3,3 Mrd €, 1,4 Mrd € bzw. 0,1 Mrd € emittiert. Der Umlauf dreißigjähriger Anleihen reduzierte sich hingegen um 0,8 Mrd €. Der ausstehende Betrag von Finanzierungsschätzen blieb praktisch unverändert. Die Länder setzten per saldo für 1,7 Mrd € weniger Schuldverschreibungen ab als im Oktober (3,2 Mrd €).

Inländische Unternehmen nahmen den Rentenmarkt im Berichts­monat mit 2,9 Mrd € etwas stärker in Anspruch als im Vormonat (2,3 Mrd €). Dabei handelte es sich per saldo ausschließlich um Anleihen mit Ursprungslaufzeiten von über einem Jahr.

Die stärkste Erwerbergruppe waren im November heimische Nichtbanken. Sie investierten 18,6 Mrd € am Rentenmarkt, darunter weit überwiegend in deutsche Schuldtitel (16,8 Mrd €). Inländische Kreditinstitute engagierten sich im Umfang von 11,4 Mrd €, wobei es sich im Ergebnis ausschließlich um inländische Rentenwerte handelte (25,6 Mrd €). Ausländische Anleger nahmen deutsche Schuldverschreibungen in Höhe von netto 6,8 Mrd € in ihren Bestand, verglichen mit Veräußerungen in Höhe von 13,7 Mrd € im Vormonat.

Aktienmarkt

Am deutschen Aktienmarkt haben inländische Gesellschaften im November junge Aktien für 1,2 Mrd € begeben; dabei handelte es sich überwiegend um börsennotierte Unternehmen. Der Umlauf ausländischer Dividendentitel am deutschen Markt verringerte sich dagegen wie schon in den Vormonaten deutlich (-6,2 Mrd €). Erworben wurden Aktien ausschließlich von ausländischen Anlegern (4,1 Mrd €). Gebietsansässige Nichtbanken reduzierten ihre Aktienbestände um 5,4 Mrd €, deutsche Kreditinstitute gaben Aktien in Höhe von 3,7 Mrd € ab.

Investmentfonds

Inländische Investmentfonds verzeichneten im Berichts­monat einen Mittelzufluss in Höhe von netto 6,1 Mrd €, verglichen mit einem Mittelabfluss von 19,8 Mrd € im Oktober. Die zusätzlichen Gelder kamen im Ergebnis ausschließlich den Spezialfonds zugute, die institutionellen Anlegern vorbehalten sind. Hingegen mussten deutsche Publikumsfonds erneut Abzüge hinnehmen (1,2 Mrd €). Dabei wurden Anteilscheine von Geldmarktfonds (1,0 Mrd €), Offenen Immobilienfonds (0,7 Mrd €), Rentenfonds (0,4 Mrd €) und Gemischten Wertpapierfonds (0,3 Mrd €) zurückgegeben. Demgegenüber konnten Aktienfonds und Gemischte Fonds leichte Zuflüsse verzeichnen (0,9 Mrd € bzw. 0,2 Mrd €). Auch von den am deutschen Markt vertriebenen ausländischen Fonds wurden im November erneut Kundengelder abgezogen (-0,3 Mrd €), allerdings in schwächerem Umfang als im Vormonat (-19,5 Mrd €).

Unter den Erwerbern von Investmentfonds dominierten die heimischen Nichtbanken, die Anteile in Höhe von 6,8 Mrd € in den Bestand nahmen. Ausländische Investoren erhöhten ihr Portefeuille an deutschen Fondsanleihen nur geringfügig um 0,1 Mrd €. Heimische Kreditinstitute trennten sich dagegen per saldo von Investmentzertifikaten in Höhe von 1,2 Mrd €.

Comments are closed.