WGZ BANK: Bilanzqualität im Mittelstand weiter verbessert

WGZ BANK: Bilanzqualität im Mittelstand weiter verbessert

• Bilanzindex auf 110,4 Punkte gestiegen
• Facheinzelhandel vorne, Hoch- und Tiefbau trägt rote Laterne
• Kunststoffwarenhersteller verbessert, Spediteure unter Druck
• Verschlechterung erwartet

Düsseldorf, 16. Dezember 2008: Die Qualität der Bilanzen im Mittelstand hat sich weiter verbessert. Damit setzt sich der seit fünf Jahren anhaltende Trend zur Verbesserung der Bilanzqualität weiter fort. Dies ist das Ergebnis einer Auswertung von über 50.000 Bilanzen durch die Universität Münster (Lehrstuhl für BWL, insbes. Controlling) im Auftrag der WGZ BANK. Betrug der Indexwert der für das Jahr 2002 erstellten Bilanzen erst 92,1 Punkte, erreichen die im Jahr 2008 vorgelegten Bilanzen des Vorjahres den Wert von 110,4 Punkten. Hierbei haben die Bilanzexperten die Eigenkapitalquote, die Gesamtkapitalrentabilität sowie weitere wesentliche Finanzkennzahlen herangezogen. Uwe Berghaus, Leiter Firmenkunden der WGZ BANK: „Die verbesserte Bilanzqualität ist insbesondere auf die abermals verbesserte Eigen-kapitalausstattung zurückzuführen.“ Darüber hinaus haben sich die Gesamtkapitalrentabilität und der dynamische Verschuldungsgrad weiter verbessert.

Facheinzelhandel vorne, Hoch- und Tiefbau trägt rote Laterne

Die höchste Bilanzqualität zeigt unverändert der Facheinzelhandel mit einem Wert von 149,9 Punkten (nach 143,5 im Vorjahr), während der Hoch- und Tiefbau mit 57,3 Punkten (nach 57,0) die rote Laterne trägt. Berghaus: „Der Facheinzelhandel kann sich mit qualifizierter Beratung und einem maßgeschneiderten Sortiment dem Preisdruck der Discounter offensichtlich erfolgreich entziehen.“

Kunststoffwarenhersteller verbessert, Spediteure weiter unter Druck

Eine weitere Verbesserung erzielten die Maschinenbauer, deren Bilanzqualität sich im Jahr 2007 auf 122,8 Punkte verbesserte (nach 110,7). Dagegen musste der Kraftfahrzeughandel mit 74,8 Punkten (nach 77,3) sowie das Speditionsgewerbe mit 102,0 Punkten (nach 106,6) eine Verschlechterung der Bilanzqualität hinnehmen. „Insbesondere der Preisdruck durch osteuropäische Wettbewerber hinterlässt auch in den Bilanzen der heimischen Spediteure seine Spuren“, so Berghaus.

Verschlechterung für 2008 und 2009 erwartet

Angesichts der beginnenden Rezession prognostiziert die WGZ Bank für die Bilanzen des Jahres 2008 und 2009 eine Verschlechterung der Bilanzqualität im Mittelstand. Berghaus: „Aufgrund der Finanz- und Wirtschaftskrise erwarten wir, dass sich der Index in den kommenden beiden Jahren um etwa 10 Punkte auf rund 100 Punkte verschlechtern wird.“ Angesichts des erreichten hohen Niveaus gehen viele Mittelständler aber mit einer vergleichsweise stabilen Bilanz in die beginnende Rezession. „Viele Mittelständler haben nicht nur ihre Unternehmen erfolgreich auf den Markt ausgerichtet, sondern auch gute Aussichten, mit einer soliden Bilanz die Rezession zu überstehen.“ Insbesondere die weiter verbesserte Eigenkapitalausstattung versetzt viele Unternehmer in die Lage, die notwendigen Investitionen aus eigener Kraft schultern zu können.

Die noch in den 2002er Bilanzen festgestellte schwache Eigenkapitalausstattung von lediglich durchschnittlich 17,4 Prozent hat der Mittelstand mit den 2007er Bilanzen bereits auf eine den internationalen Standards entsprechende Quote von 26,0 Prozent angehoben. Berghaus: „Die verbesserte Kapitalstruktur der mittelständischen Wirtschaft bietet für die Zukunft eine solide Basis für erforderliche Investitionen.“

Bilanzqualitätsindex aus fünf Kennzahlen berechnet

Die Experten der Universität Münster haben den Bilanzqualitätsindex aus fünf Kennzahlen der Jahresabschlüsse ermittelt. Bei der Berechnung wurden die fünf Kennzahlen gleich gewichtet.
Eigenkapitalquote: Je höher die Eigenkapitalquote ist, desto besser können zeitweilige Verlustphasen überstanden werden.

Gesamtkapitalrentabilität: Je höher die Rentabilität des gesamten eingesetzten Kapitals ist, desto effizienter geht das Unternehmen mit dem zur Verfügung stehenden Kapital um.
Gesamtkapitalumschlag: Je schneller das eingesetzte Kapital umgesetzt wird, umso besser kann das Unternehmen mit seinem Kapital neue Umsätze generieren.

Liquidität 2ten Grades: Je höher die Liquidität 2ten Grades ist, desto leichter können kurzfristige Verbindlichkeiten bedient werden.

Dynamischer Verschuldungsgrad: Je niedriger der dynamische Verschuldungsgrad ausfällt, desto besser kann das Unternehmen seine Schulden aus dem Cashflow tilgen.

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